Jugendzimmer einrichten und gestalten
Sobald die Kinder das jugendliche Alter erreichen, entstehen neue Bedürfnisse und Vorstellungen - besonders auch hinsichtlich des eigenen Zimmers. Die letzten Puppen und Spielzeugautos verschwinden, um die letzten Erinnerungen an das kindlichen Daseins zu tilgen. Spätestens dann ist es auch an der Zeit, sich gemeinsam über die Einrichtung und Dekoration des altersgerechten Jugendzimmers Gedanken zu machen. Dabei sollten zum einen immer die Wünsche des Jugendlichen im Vordergrund stehen, zum anderen müssen aber auch die finanziellen und räumlichen Rahmenbedingungen akzeptiert werden. Nur wenn man gemeinsam zu Entscheidungen kommt, werden alle Beteiligten auch zufrieden sein. Das Jugendzimmer soll schließlich das eigene Reich sein und die zunehmende Selbstständigkeit des Jugendlichen ausreichend beachten.
Vom Kinderzimmer zum Jugendzimmer
Um aus einem Kinderzimmer ein Jugendzimmer zu machen, müssen nicht alle vorhandenen Möbel entsorgt werden; stattdessen sollte man überlegen, welche Kindermöbel man noch weiterverwenden oder aufpolieren kann. So entfalten schon kleine Veränderungen eine große Wirkung und aus Kindermöbel werden ganz einfach schöne und funktionale Jugendmöbel. Im Grunde gibt es drei wichtige Jugendzimmermöbel: ein passendes Bett, welches sich unter Umständen am Tag in ein Sofa verwandeln lässt, ein Schreibtisch, welcher auch Platz für einen Computer bietet, nebst Schreibtischstuhl und genügend Stauraum in Kleiderschränken und Regalen.
Größe des Jugendzimmers
Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass zumindest ein Zimmer mit einer gewissen Größe und einem gewissen Zuschnitt gegeben ist, dem sich die Einrichtung passend für Jugendliche anpassen muss. Insbesondere Größe und Schnitt eines Jugendzimmers können einen Freiraum in der Wahl der Möbel schaffen oder aber auch sich sehr einschränkend auswirken. Von einer Mindestgröße von etwa 14 qm für ein von einer Person bewohntes Jugendzimmer sollte man ausgehen. Dies ist eine Größe, die sich nach Erfahrungswerten als ausreichend herausgestellt hat. Gleichzeitig ist dies aber auch eine Größe, die bei der Raumaufteilung keinen besonders großen Spielraum zulässt.
Wenn es machbar ist, würde sich eine Aufteilung des Jugendzimmers in einen Lern- und Arbeitsbereich, eine Schlafecke und einen so genannten Wohnbereich anbieten. Je nach Zimmerhöhe und Lichteinfall könnte man bei einem kleinen Jugendzimmer durch ein Hochbett mit Rutsche oder sogar den Einbau einer Galerie den Schlafbereich nach oben hin abtrennen und so neben dem Arbeitsplatz noch Raum schaffen, wo der Jugendliche es sich allein oder mit Freunden gemütlich machen kann. Bei einem größeren Jugendzimmer, etwa ab 20 qm, bietet es sich an, das Jugendzimmer durch einen Raumteiler wie zum Beispiel ein Regal, zu trennen und so den Schlafbereich als privaten Bereich für sich zu gestalten.
Gemeinsames Zimmer mit Geschwistern
Allerdings kann man ja nur bei einem Neubau teilweise noch die Zimmergrößen mitentscheiden; bei vielen Wohnungen muss man mit den Gegebenheiten leben. Eine Überlegung sollte aber sein, dass man nicht das kleinste Zimmer einer Wohnung zum Kinder- oder Jugendzimmer macht. Wenn ein eigenes Jugendzimmer nicht möglich ist, weil man das Zimmer mit Geschwistern teilen muss, dann lässt sich trotzdem ein eigenes Reich zaubern. In diesem Fall muss man kreativ sein und mit Trennwänden oder Vorhängen Linie ziehen, die von allen Seiten respektiert werden.
Jugendzimmer dekorieren
Flexibel und immer wieder veränderbar sollte auch die Dekoration oder optische Einrichtung eines Jugendzimmers sein. Die als Grundbasis vorhandenen Möbel sollten möglichst funktionstauglich, schlicht und qualitativ gut sein, da man davon ausgehen können sollte, dass sie den jungen Menschen mindestens bis zum Erwachsenenalter begleiten können, in vielen Fällen auch länger. Ganz anders dann die Dekorationsartikel, zu denen neben Postern an den Wänden aber auch die Gestaltung der Gardinen, der Lampen und vergleichbarer Dinge gehören. Was dem Zehnjährigen gefällt, findet der Zwölfjährige plötzlich nicht mehr cool, was der Vierzehnjährige unbedingt in seinem Zimmer haben muss, muss bei dem Sechzehnjährigen schnellstmöglich wieder raus. Kinder bzw. Jugendliche zwischen zehn und zwanzig Jahren sind in ihrer Entwicklung und in ihrem Geschmack im Normalfall großen Veränderungen unterworfen, denen man am besten Rechnung tragen kann, indem man ihnen neben der soliden Grundbasis an Jugendmöbeln viel freie Entscheidungs- und Entfaltungsmöglichkeiten bei der Dekoration belässt. Und die Dekoration muss nicht teuer sein.
Ein häufiger Bilderwechsel an den Wänden muss auch nicht die Wände beschädigen, wenn man dem zum Beispiel durch ein vorgefertigtes Aufhängesystem zuvorkommt. Ein Wechsel von Dekorationsgegenständen ist auch unproblematisch. Und selbst bei einem Wunsch zum Wechsel der Wandfarbe kann man dem Jugendlichen entgegenkommen, wenn man vielleicht eine Zimmerwand - bestenfalls Teil des so genannten Wohnbereiches - zur freien Gestaltung inklusive Anstreicherlaubnis freigibt.
Eine Gratwanderung zwischen dem qualitativ guten und stabilen Erfüllen der Bedürfnisse eines Heranwachsenden und gleichzeitig einem Höchstmaß an Flexibilität. Das ist ein Jugendzimmer, wie es sein sollte.
Weiterführende Tipps zum Jugendzimmer
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